Iso’s kleines Ukulele FAQ
Ein paar Tipps zum Thema "Ukulele selber kaufen"

- Iso’s erste Ukulele: eine Chester für 15 Euro. Klingt erstaunlich gut, ist aber auch ganz schön gepimpt.
Eine Ukulele kaufen ist grundsätzlich eine Spitzenidee: sie hat genau die richtige Größe für Kinderhände und fördert als Einstiegsinstrument Harmonieverständnis, Rhythmusgefühl, Singstimme und Motorik. Sie ist durch ihren Spielzeug-Charakter und die dadurch vollständig fehlende Vorbelastung perfekt für musikalische Spätzünder. Und sie eignet sich durch die Größe dufte als Nehm’-ich-überall-hin-mit-Instrument für versierte Musiker. Nicht zuletzt hält sich durch den günstigen Preis das Risiko einer Anschaffung in gut überschaubaren Grenzen. Risiko im Sinne von a) och, das isses doch nicht so wirklich, b) hoppla-jetztistmirdasbierüberdieukulelegelaufen oder c) mein Sohn hat, wie wir feststellen mussten, weniger eine musikalische als eine handwerkliche Ader.

- Schaepe-Ukulelen, wie sie Hans Thüring für 17 Euro verkauft (hat): überraschend guter Klang, allerdings dem Preis angemessen verarbeitet.
Irgendwer hat mal gesagt, dass auch – oder gerade – ein Einsteigerinstrument hochwertig sein sollte. Diese Aussage hat natürlich ihre Berechtigung und kann bei einem Pilsbier gerne und stundenlang diskutiert werden. Aus der Praxis möchte ich jedoch dem angehenden Ukulele-Käufer folgende Tipps mit auf den Weg geben:
- Eine Ukulele ist ein Musikinstrument und sollte daher in einem Musikgeschäft oder bei einem spezialisierten Anbieter im Internet gekauft werden.
- Für Kinder ist weniger (musikalische) Qualität denn ein schickes Aussehen entscheidend – es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass die aufgedruckten Bärchen die Begeisterung wecken, als ein hervorragender Klang und perfekte Intonation.
- Speziell wenn Kinder in Horden auftreten, nehmen sie es mit Sorgsamkeit nicht mehr so genau. Daher sollte man sich vorher genau überlegen, ob man die teuere Massivholz-Ukulele ständig im Auge behalten will, damit sie nicht versehentlich mal die Kellertreppe runterfällt. Oder ob es doch lieber eine günstige Sperrholz-Variante sein darf. Bei der es nicht so tragisch ist, wenn damit mal ein Nagel eingeschlagen wird.
- Dem reiferen und/oder ambitionierten Musikeinsteiger sei eine Massivholz Ukulele für 70 bis 130 Euro empfohlen. In diesem Preissegment kann man nur wenig falsch machen.
- Gleich eine Tasche oder besser einen Koffer und ein chromatisches Stimmgerät mitkaufen.
- Die Nacharbeitung an Sattel und Steg durch einen Gitarrenbauer lohnt sich eigentlich immer – egal ob die Ukulele 20 oder 200 Euro gekostet hat.
- In vielen Fällen sind die Original-Saiten nicht mehr als Angelschnur. Ein Saitenwechsel kann den Klang dann um Welten verbessern. Das heißt aber nicht, dass man unbedingt gleich neue Saiten aufziehen muss – mir persönlich hat es auch nicht geschadet, erstmal auf den mitgelieferten Plastikstrippen zu spielen.
- Tonabnehmer sind schick. Für den Einstieg aber völlig unnötig.

- Eine Stagg Motiv-Ukulele: klingt schrecklich, aber die Kids stehen drauf.
Unabhängig von alledem sollte man sich beim Kauf eines Instruments nicht unnötig wuschig machen – speziell, wenn es das erste Instrument ist. Sich über verschiedene Anbieter und Preise informieren, okay – monatelang suchen, Gott und die Welt nach Meinungen fragen, Unterschiede zwischen verschiedenen Instrumenten abwägen und am Ende nicht wissen, was man kaufen soll, das macht eher wenig Sinn. Meiner persönlichen Erfahrung nach sucht sowieso nicht der Musiker das Instrument, sondern vielmehr das Instrument den Musiker aus. Ehrlich jetzt.
Klar sind das nicht die endgültigen Weisheiten zum Thema Instrumentenkauf und hinsichtlich Instrumentenkunde sowieso nicht. Doch dem Neuling sollte damit ein bisschen geholfen sein. Und nebenbei bemerkt: mit zunehmender musikalischer Erfahrung entwickelt sich auch das Gespür für Instrumente. Mehr oder weniger von selbst.
In diesem Sinne: viel Spaß beim Krach machen! °iso
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